Blandinenarchiv

Aufgrund der Erwartungen und Bedürfnisse der Pilger hat sich aus und durch die Wallfahrt neben der Gebetsgemeinschaft ein bedeutsamer seelsorgerischer Auftrag für die Ursulinen im Kloster Calvarienberg entwickelt. Wie in früheren Zeiten mit der Kreuzwallfahrt die Beichte verbunden war, so verlangen die Menschen heute nach einem offenen Ohr und Herz, um ihre Nöte, ihre Bedürfnisse, Zweifel und ihre Verzweiflung auszusprechen. Rat, Verstehen, Mittragen, Lebenshilfe und Glaubenteilen erwarten sie bei ihren Besuchen auf dem Calvarienberg. Aus diesem Grund stehen vom Morgen bis zum Abend Schwestern für Gespräche, Telefonate und brieflichen Austausch bereit. Quartalsweise wird ein Rundbrief mit einem geistlichen Wort, Gebetserhörungen und Mitteilungen an ca. 40.000 interessierte Verehrerinnen und Verehrer der seligen Schwester Blandine in alle Welt verschickt.

Nachdem am 13. 11. 1954 der bischöfliche Informativprozess eröffnet wurde, begann das Interesse der Öffentlichkeit an der Schwester vom Calvarienberg immer größer zu werden. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch das Blandinenarchiv ins Leben gerufen. Es kamen viele Gruppen von Besuchern oder Einzelpersonen, die sich hier näher über Schwester Blandine informieren wollten, dazu eine Flut von Briefen – in der ersten Zeit waren es tägliche mehrere Hundert – , die von Schwester Blandine gehört hatten und nun näheres erfahren oder Bitten an sie einreichen wollten.

Im Jahre ihrer Seligsprechung, 1987, wuchs die Arbeit im Blandinenarchiv von Tag zu Tag. Oft erreichte dieses täglich bis zu 150 Anfragen von Blandinenverehrern, Bitten um Gebetshilfe und Dankschreiben für Gebetserhörungen. Die Zahl der Einzelbesucher und der Gruppen, die Näheres über Schwester Blandine erfahren wollten, nahm in dem Maße zu wie die Nachricht über die bevorstehende Seligsprechung durch verschiedene Medien verbreitet wurde. Die Schwestern von Calvarienberg empfanden es als eine hohe Ehre und Auszeichnung eine Selige in ihrer Gemeinschaft zu haben, aber auch als eine große Verpflichtung und Verantwortung. Heute werden täglich noch ca. 30 bis 40 Briefe in Empfang genommen, in der Weihnachtszeit sind es immer noch mehrere Hundert. Im Blandinenarchiv arbeiten zur Zeit fünf Angestellte, die allein für die Katalogisierung der Post verantwortlich sind und eine Angestellte, die für die Verwaltung zuständig ist. Insgesamt sind inzwischen, seitdem das Blandinenarchiv ins Leben gerufen wurde, bis zum 12. April diesen Jahres 3.041 Ordner gefüllt, die mit Bitten um Gebete, Fürbitten oder Dankschreiben versehen sind. Allein im Jahr 1999 wurden 99 Ordner angelegt. Die vielen Briefe und Telefonate werden von den Schwestern selbst beantwortet.

Um dem enormen und stetig steigenden Informationsdrang der Pilger gerecht zu werden, wurde im Frühjahr 1980 im Raum der früheren Marienkapelle ein kleines Blandinen – Museum eingerichtet, das 1996 ins Hauptgebäude verlegt wurde, da in diesem Raum das Geistliche Zentrum seinen Platz finden sollte. Große Schautafeln zeigen Bilder aus der Heimat von Schwester Blandine, die Stätten ihres Wirkens mit vielen Zeitaufnahmen, eine Übersicht über die Filialen der Kongregation und Photos der Persönlichkeiten, die im Leben der bescheidenen Schwester Blandine eine maßgebliche Rolle spielten. Dazu Schaukästen einzelner Gegenstände aus ihrem persönlichen Gebrauch, eine Übersicht über die Schriften und Novenenbüchlein zu Schwester Blandine und mehrere Devotionalien, die aus besonderem Anlass gestiftet wurden.(Diese Schaukästen befinden sich inzwischen im Blandine Merten Haus in Trier) Der Raum ist mit mehreren Stuhlreihen ausgestattet, sodass 70 Personen darin Platz finden können, um sich einen Film über Schwester Blandine oder auch über das Leben und Wirken der Schwestern auf dem Calvarienberg anzuschauen.Die Arbeit des Blandinenarchivs und die große Zahl derer, die sich an dieses wenden, zeigen, wie bedeutsam es heute noch ist, dass es Menschen gibt, die ein offenes Ohr für andere haben und sich gleichzeitig für deren Belange bei Gott einsetzen.

aus: Paque Verena, Zum Kloster Calvarienberg – geschichtliche Entwicklung und heutige Bedeutung, Ahrweiler 2000

Sehr herzlich danken wir für alle Spenden, die zur weiteren Verbreitung der Verehrung der seligen Schw. Blandine, zum Unterhalt der Gedenkkapelle, des Blandinenhauses und für Mess‑Stipendien überwiesen werden.

Spendenkonto: Blandine‑Merten‑Fonds, Postbank Köln
Iban: DE72 3701 0050 0023 431501 BIC: PBNKDEFFXXX

Schriften über die selige Schw. Blandine und der Rundbrief sind kostenlos zu beziehen durch Blandinenarchiv Calvarienberg, 53474 Bad Neuenahr‑Ahrweiler. Telefonisch sind wir zu erreichen: Sr. Maria Agnes 02641/383-302

Weitere Telefonnummern des Blandinenarchivs sind: 02641/383-303/304